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© Hendrik Heiden | ZDF
TV-Star im Interview

Simone Thomalla: Sehnsucht nach „Mehrsamkeit"

Mit einer neuen Staffel ihrer beliebten Serie „Frühling“ stehtdie Schauspielerin in den Startlöchern. Aus diesem Anlass sprachen wir mit ihr – über Single-Status, Familienbande und ihre Liebe zu einem gewissen Arni…

Am 4. Februar 2024 sorgte Simone Thomalla, 58, im fiktiven bayerischen Ort Frühling erneut für Recht und Ordnung – und große Gefühle (jeweils sonntags um 20.15 Uhr im ZDF). Seit 2010 ist die Serie um Dorfhelferin Katja Baumann ein Quotenhit, was Thomalla im vergangenen Oktober den Publikumspreis der Goldenen Henne  bescherte. Zur Verleihung in ihrer Geburtsstadt Leipzig kam die Wahl-Berlinerin mit einem  illustren Freundeskreis – darunter Ex-Partner Sven Martinek, 59, und ihr Vertrauter Karsten Speck, 63. Alle drei studierten zeitgleich an der Berliner „Ernst Busch“, und Speck erinnerte sich im Interview auf der  Aftershowparty amüsiert: „Sie hat damals mal bei uns zu  Hause übernachtet, in meinem Bett. Ich war da gerade bei meiner Freundin, und mein Vater fragte meine Mutter: ,Wem  gehören diese roten Pumps?‘“ Thomalla sei eine ganz tolle Freundin. „Wir sind zusammen durch dick und dünn gegangen.“ Ja, auch über Früher tauschten wir uns mit der Schauspielerin aus, die aber am liebsten im Hier und Jetzt lebt!

© Franziska Krug | Getty Images für SuperIllu
Von 1995 bis 1999 war sie mit ihrem Kollegen Sven Martinek liiert. Die beiden hier bei der Goldenen Henne 2023

Frau Thomalla, zunächst einmal: Wo steht Ihre Goldene Henne eigentlich?

Sie hat einen sehr exponierten Platz in meinem Wohnzimmer!

Es war nicht zu übersehen, wie sehr Sie sich freuten…

Die Henne ist der wichtigste deutsche Zuschauerpreis und für jeden Preisträger eine große Ehre, denn unsere Zuschauer zeigen uns damit ihre Anerkennung. Kritikerpreise in allen  Ehren, aber diese sind oft einem Trend, einem Zeitgeist unterworfen. Die Henne hingegen ist die ungefilterte Ehrung unseres Publikums. Mehr geht nicht!

Sie waren u.a. mit Ihrem langjährigen guten Freund Karsten Speck vor Ort. Was verbindet Sie? Und fällt Ihnen spontan eine Anekdote ein?

Mit Karsten ist es immer lustig und ausgelassen. Wir sehen uns leider nicht so oft, aber freuen uns immer riesig, wenn wir uns treffen. Eine Anekdote? Das lassen wir mal lieber, denn es  waren unsere wilden Berliner Jahre, die wir fest in unseren Herzen tragen und die dort auch bleiben sollen…

Eifersucht ist immer mangelndes Selbstwertgefühl und sehr zerstörerisch!

Simone Thomalla
© Anne Huneck | ROBA Images
Größter Schatz! 1994 mit Tochter Sophia (heute 34)

Sind Sie jemand, der zu Wehmut bzw. Nostalgie neigt?

Ich war und bin ein Mensch, der grundsätzlich im Hier und Jetzt lebt. Mit Wehmut oder Nostalgie auf Vergangenes zu blicken, das liegt mir so gar nicht. Ich finde: Alles im Leben hat seine Zeit!

Sie gedachten in Ihrer Henne-Dankesrede auch Ihres Bruders Henry, weil er sich so toll um Ihrer beider Mutter kümmere. Was macht Ihr geschwisterliches Verhältnis aus – außer dem Dasein für die Mama? 

Henry ist einfach der beste Bruder, den man sich vorstellen kann! Da er aber gerne im Hintergrund bleiben möchte, sei nur so viel gesagt: Wir können uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen und sind immer füreinander da!

Was für Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit?

Ich hatte eine wunderschöne Kindheit. Meine Eltern haben mich behütet und geschützt. Von der schwierigen politischen Situation innerhalb der DDR habe ich wenig mitbekommen. 

Ich hatte eine wunderschöne Kindheit. Meine Eltern haben mich behütet und geschützt.

Simone Thomalla
© simonethomalla | Instagram
Mit ihrem Hund Arni. „Tiere lieben bedingungslos. Ich hoffe, uns bleibt noch etwas gemeinsame Zeit“

Wie schätzen Sie es ein: Hatten Kinder es früher leichter, weil das Leben analoger war und die Welt überschaubarer? 

Das ist schwer zu sagen. Unsere inzwischen sehr digitale Welt hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert! So sind das Handy und das Internet Fluch und Segen zugleich. Heute spielen die Kinder oft vor den Bildschirmen und nicht mehr draußen im Wald oder auf dem Spielplatz. Wenn die Eltern ihren Kindern jedoch ein gesundes Maß an traditionellen Spielen und zukunftsorientierter Digitalisierung anbieten, dann scheint mir das eine gute Mischung zu sein.

In der Auftaktfolge der neuen „Frühling“-Staffel geht es beispielsweise um ein ausgesetztes Zebra. Bei Social Media zeigen Sie sich regelmäßig  mit Tieren, oft auch mit Ihrem Hund Arnie. Was bedeuten Ihnen Vierbeiner? 

Tiere lieben Dich bedingungslos und rein! Mein Arni ist jetzt  bereits ein älterer Herr, den ich leider nicht mehr zum Drehen mitnehmen möchte, da er kaum noch hört und auch die Augen so langsam nachlassen. Er ist dann bei meiner Mama am besten aufgehoben. Ich hoffe, uns bleibt noch etwas gemeinsame Zeit!

Gab es in Ihrem Leben ein spezielles (Haus-)Tier, zu dem sie eine ganz besonders enge Verbindung hatten?

Eindeutig mein Arni! Er war bis vor Kurzem überall dabei, war ein absoluter Reise-Hund, hatte keine Probleme, längere Strecken mit dem Auto zu fahren oder zu fliegen. Selbst am Set hat er geduldig zugeschaut und wusste, dass er nicht bellen darf.

Ein Handlungsstrang der „Frühling“-Reihe thematisiert krankhafte Eifersucht. Kennen Sie das aus früheren Beziehungen?

Nein. Und ich bin sehr froh, dass ich davon verschont geblieben bin. Eifersucht ist ja immer mangelndes Selbstwertgefühl und sehr zerstörerisch, wenn es krankhaft wird. Ich kann nur  jedem raten, sich dann professionelle Hilfe zu holen.

Ein Zitat von Ihnen in der besagten Folge lautet: „Dass so ein alter Topf wie ich noch mal ‘nen Deckel findet…“ Sie sind offiziell Single. Sehnen Sie sich nach Zweisamkeit?

Zurzeit ist alles wunderbar! Ich vermisse nichts und genieße meine freie Zeit, bis ich dann ab April wieder in Bayern arbeite. Ich sehne mich weniger nach Zweisamkeit als nach „Mehrsamkeit“ mit Freunden und Familie. Die kommen während des Drehs nämlich leider oft zu kurz.