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Karin Ugowski
S.Ugowsky
Prinzessin der DEFA
Wie geht's Karin Ugowski?

SUPERillu hat die Schauspielerin in der Mecklenburgischen Schweiz besucht

Bärbel Beuchler
on 17. November 2017

Schier endlos zieht sich die Straße, ehe man das rotbraune, hinter Feldern und Seen versteckte Gehöft von Karin Ugowski und ihrem Mann erreicht. An der Seite des Malers Günter Horn hat die Schauspielerin inmitten der Mecklenburgischen Schweiz den Raum zum Leben gefunden, der sie glücklich macht. Einige von Horns originellen Bildern stehen auf Staffeleien montiert am Wegesrand. Landschaftsbilder in der Landschaft. „Wenn ich seine Bilder nicht gemocht hätte, wäre aus uns nichts geworden. Die Bilder, das ist er“, sagt die Schauspielerin. „Ich liebe seine Arbeiten sehr. Von manchen möchte ich mich gar nicht trennen.“

Aber so ist das nun einmal, Gemälde wollen verkauft werden. Und so unterstützt sie ihren Mann bei seinen Vernissagen, von denen gerade eine erfolgreich zu Ende gegangen ist. 21 Jahre gab es jeden Sommer ein mehrtägiges Kunstfest auf ihrem Gehöft, auf dem sich Künstler und Kunstfreunde aus ganz Deutschland und dem Ausland trafen. Letztmalig 2006. „Viele Künstler verstarben, nahmen einen Teil der Energie des Fests mit. Wir hatten über ein Revival nachgedacht. Doch die heutige Zeit ist nicht die richtige dafür.“

Dass vieles irgendwann aufhört, ist Teil des Vertrags, den wir mit der Zeit geschlossen haben. Danach tut sich Neues auf. So sieht Karin Ugowski ihr Leben. Sie wollte Medizin studieren, fand durch eine Freundin aber zum Schauspiel. „Das hat meine Gedankenwelt verändert.“ Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass sie 1963 für den DEFA-Märchenfilm „Frau Holle“ als Goldmarie debütierte und in zwei weiteren Märchen als anmutige Prinzessin bezauberte.

Doch sie wollte nicht in diesem Schubfach bleiben, das sich anbahnte. Regisseur Benno Besson holte die Elevin 1965 an die Berliner Volksbühne. „Das Theater war ein inspirierender Ort, ein philosophisches Symposium mit viel Lust zum Provozieren, aber auch mit Lust am Liebegeben und Spielen“, beschreibt sie diese Zeit, in der sie sich zu einer sehr beachteten Schauspielerin profilierte.

Karin Ugowski, König Drosselbart
Icestorm

Die Schauspielerin als Prinzessin Roswitha neben Manfred Krug in "König Drosselbart" (1965)

Sie zog mit, wenn es galt, Neues auszuprobieren. Doch als später nur noch das Provozieren sichtbar war, Zynismus sich breitmachte, verließ sie das Haus. „Ich war 2005 in einem Alter, wo ich mir überlegen musste, ob sich Kämpfe noch lohnen oder ob sie mich nur noch mein gesundes Leben kosten würden.“ Damit hatte sich Karin Ugowski aber nicht vom Theater verabschiedet. Zu sehr liebte sie es. Sie wählte die kleine Form – tourt mit Lesungen durch den Norden. „Das ist wie Theater, nur dass man dabei auf der Bühne sitzt“, lacht sie. Dabei wird es nicht bleiben, denn es beginnt gerade viel.

Auch in der Filmarbeit, die den Löwenanteil ihrer beruflichen Lebensleistung ausmacht, war nach dem Ende der Telenovela „Wege zum Glück“ 2009 erst mal lange Pause. „Es gibt wenig gute Drehbücher. Man lässt Stoffe nicht mehr ausreifen, die Texte sind beliebig“, beklagt sie. Deshalb freute sie sich über das Angebot des israelischen Regisseurs Samuel Maoz, sie in seinem Antikriegsfilm „Foxtrot“ zu besetzen. „Es interessierte mich, wie er den Umgang mit dem Tod erzählt.“ Im September gewann „Foxtrot“ in Venedig den Silbernen Löwen und er geht ins Oscar-Rennen. Zugleich liefen Produktionen an, über die sie nicht sprechen darf. Nur so viel: Es geht weiter für sie.

 

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Bärbel Beuchler
on 17. November 2017

Das passt dazu...