Menü
SUPERillu
Made with in Offenburg
© Europa Park Rust
Interview

Europa-Park Chef Roland Mack: Herausforderungen der hohen Energiekosten

Der Europa-Park in Rust ist in die Sommersaison gestartet. SuperIllu sprach mit Inhaber Roland Mack über die Herausforderungen durch die Kostenexplosion bei Gas und Strom.

© PR
Bob Rogers, Vorsitzender des Thea Awards, überreicht Roland Mack für sein Lebenswerk, seine herausragenden unternehmerischen Leistungen und das große Engagement den „Buzz Price Award“

Der Europa-Park Gründer Roland Mack erhielt als erster Freizeitpark-Inhaber den „Buzz Price Award“ – verliehen von der Themed Entertainment Association (TEA) bei einer Galaveranstaltung in Los Angeles. Die Thea Awards zeichnen seit 1994 Personen und Unternehmen für eine herausragende Leistung in der Unterhaltungsindustrie aus. Wir sprachen mit dem Preisträger Roland Mack....

Herr Mack, seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Energiekosten förmlich explodiert. Was bedeutet das für Ihren Europa-Park?

Dadurch, dass man Energie an den Börsen kaufen kann, und wir das stets vorausschauend tun und getan haben, sind wir weder beim Gas- noch beim Strompreis komplett unter die Räder gekommen. Aber die Energie hat sich natürlich auch für uns erheblich verteuert.

Und wie sieht es für dieses Jahr aus?

2023 kommt das Thema Strom auf uns zu. Da werden wir eine erhebliche Verteuerung zu verkraften haben, weil wir neu zukaufen müssen, zu anderen Konditionen. Das wird eine erhebliche Mehrbelastung. Beim Gas sieht das anders aus: Wenn es keine außergewöhnliche Notlage gibt, sind wir in diesem Jahr noch einigermaßen bei den Konditionen, die wir in den Vorjahren abgeschlossen haben. Insgesamt rechnen wir mit rund zehn Millionen Euro mehr Energiekosten für das Jahr 2023.

Woran denken Sie bei dem Begriff „Gasmangellage“?

Das war natürlich ein Riesenthema für uns, ein echtes Schreckgespenst. Wir hängen ja stark am Gas, gerade mit der Wasserwelt. Zum Glück ist diese Extremsituation nicht eingetreten!

Gab es zu irgendeiner Zeit politischen Druck auf Sie, Energie einzusparen?

Nein. Aber wir brauchen dazu auch keinen Zwang. Was wir nicht benötigen und einsparen können, sparen wir auch ein.

Was bedeutet das konkret?

Wir haben unseren Energiebedarf in etwa um 15 Prozent gesenkt. Idealerweise dort, wo der Kunde es nicht unmittelbar merkt. Aber das gelingt natürlich nicht überall. Nehmen Sie beispielsweise unsere Hotelpools: Wenn wir die auf 26 Grad runterfahren, stehen die Kunden an der Rezeption und beklagen sich, das Wasser wäre zu kalt. Die sind halt 30 Grad gewohnt.

Ab 2024 will der Europa-Park sich für die Sommersaison komplett autark mit Energie versorgen. Wie wird das funktionieren?

Das Thema Solarenergie ist bei uns ja schon lange im Fokus. Bereits vor 15 Jahren haben wir eine große PV-Anlage am Parkplatz gebaut, die rund 2 bis 3 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Auch in der Wasserwelt „Rulantica“ haben wir die Parkplätze unter Solardächer gepackt. Das war aber alles eher kleinteilige Versorgung. Das löst am Ende unser Problem nicht. Und dann kam Landrat Frank Scherer mit seiner Idee auf uns zu, den Europa-Park und den Automobillogistiker Mosolf zusammenzubringen. Die Firma Mosolf in Kippenheim bei Lahr verfügt über riesige Parkplatzflächen und wir als Europa-Park benötigen in Spitzenzeiten viel Energie. Das gemeinsame Projekt ist eine perfekte Synergie zweier Familienunternehmen in der Ortenau. Ich habe Vorstandschef und Inhaber Dr. Jörg Mosolf als einen sehr weitsichtigen, erfolgreichen Unternehmer kennengelernt und freue mich auf die Zusammenarbeit. Die Mosolf Group hat bereits Erfahrung mit leistungsfähigen Photovoltaik-Anlagen auf großen Parkplatzflächen.

Das heißt, der Parkplatz wird überdacht und Sie nutzen die Sonnenenergie?

Etwa 20 Hektar des riesigen Parkplatzes werden überdacht. Die Hälfte davon sind für die Versorgung des Europa-Parks vorgesehen. Wir nehmen also einen erheblichen Teil der erzeugten Energie ab und können uns langfristig weitgehend unabhängig von anderen Energiequellen, vor allem in den Hochsaison-Sommermonaten, autark mit erneuerbarem Strom versorgen.

Von welchem Investitionsvolumen sprechen wir hier?

Von rund 30 Millionen Euro.

© Europa Park Rust

Autarke Solarversorgung

Der Parkplatz des Automobillogistikers Mosolf in Kippenheim bei Lahr. Hier entsteht ein riesiges Solarfeld, das den Europa-Park ab 2024 mit Strom versorgt.

Energetisch fit für die Zukunft – was erwartet die Besucher denn an neuen Attraktionen im Park?

Wir arbeiten mit Hochdruck am neuen Themenbereich Kroatien, inklusive einer neuen Achterbahn. Das wird spektakulär! Im Eingangsbereich gehen wir sehr stark auf die Themen Energie und den kroatischen Erfinder Nikola Tesla ein. Der war ein Visionär und ein verkanntes Genie, sein Name ist heute vor allem durch Elon Musk und seine Firma bekannt, obwohl die nichts miteinander zu tun haben.

Wird die Achterbahn schon in der kommenden Sommersaison nutzbar sein und was wird sie bieten?

Sie wird wohl erst in 2024 in Betrieb genommen. Es gab Lieferengpässe, die uns den Zeitplan etwas verhagelt haben. Das wird eine sehr rasante Bahn, aber ich würde trotzdem sagen, dass sie noch familientauglich ist. Obwohl sie mehrere Überschläge hat, Rückwärtsfahrten und extreme Beschleunigungen. Sie fährt nach dem Start direkt senkrecht 30 Meter nach oben! Da wird jede Menge Energie gebraucht, über Magnetismus und Induktionsantrieb, das ist schon richtig spannend. Wir freuen uns sehr auf diese neue Attraktion.

Wie lang wird die Bahn werden, wie schnell?

Ca. 1,5 Kilometer und in der Spitze um die 90 Kilometer pro Stunde.

© Europa Park Rust

Gigantische Achterbahn

Im neuen Themenbereich „Kroatien“ wird fleißig an der Mega-Achterbahn gebaut. Erste Eindrücke finden Sie hier.

Kommen wir vom Achterbahn-Adrenalin zu „Eatrenalin“. Wie läuft dieses neue gastronomische Erlebnisangebot, das im November vergangenen Jahres eröffnete?

Bestens. Mit diesem Restaurant der Zukunft „Eatrenalin“ haben wir eine kulinarische Weltneuheit geschaffen, die von den Besuchern sehr gut angenommen wird. Viele waren sogar schon mehrmals da, wir sind seit Eröffnung fast jeden Abend so gut wie ausgebucht. Haben zwei Ruhetage, damit wir unser Team nicht wechseln müssen.

Erklären Sie uns bitte das Konzept?

„Eatrenalin“ ist eine Sinnesreise, die etwa zwei Stunden dauert. Der Gast sitzt in einem sogenannten „floating chair“, einem Stuhl, der autonom durch sechs verschiedene Räume fährt. Wir haben diesen Chair mit unserer Firma Mack Rides entwickelt, er hat 2100 Einzelteile! In den verschiedenen Räumen erfahren die Gäste die unterschiedlichsten Eindrücke. Mit Düften, mit medialen Zuspielern und mit einem exklusiven gastronomischen Angebot auf Sterne-Niveau.

Was kostet dieses extravagante Erlebnis?

Wir sind bei 195 Euro inklusive der Getränke für das, was wir bieten. Logisch, auf den ersten Blick ist das kein Schnäppchen. Aber es ist schon, finde ich, eine super Preis-Leistung, die wir da anbieten. In den zwei Stunden gibt es acht Gänge inklusive der Getränke. Am Schluss kommt man über einen live simulierten Lift in einer fiktiven Weltstadt an, wo man den Abend in der Rooftop-Bar ausklingen lassen kann, mit DJ und schönen Cocktails. So ist man dann am Ende gut drei, vier Stunden im „Eatrenalin“ und es wird ein runder Abend draus, ein echtes Erlebnis, nicht nur kulinarisch.

© Eatrenalin

Essen als Erlebnis-Reise

Mit einer gastronomischen Weltneuheit begeistert der Europa-Park seit  November letzten Jahres. „Eatrenalin“ heißt das innovative Konzept.