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© Uwe Toelle | SuperIllu
Stars privat

Helga Piur über ihre Gesundheit und Frank Schöbel

Hinter „Häppchen“ liegt ein schlimmes Jahr. Gesundheitlich und vor allem seelisch ging es ihr nicht gut. Im Interview mit SuperIllu spricht die Schauspielerin über den Wunsch nach Nähe und darüber, warum Frank Schöbel ihr in dieser Zeit Hoffnung gibt.

Leise fällt der erste Schnee des Jahres auf die Felder in Brandenburg. Für Helga Piur hat die Vorweihnachtszeit, die sie in Fredersdorf verbringt, einen besonderen Zauber. „Ich bin ein echter Weihnachtsfan und dekoriere fleißig, das war schon immer so“, erzählt sie. In diesem Jahr ist der Elan von „Häppchen“ allerdings nicht ganz so groß. Zuletzt litt sie an einer schweren Erkältung. Deshalb fand das Interview mit der Schauspielerin dieses Mal am Telefon statt. Auf die Frage wie es ihr gehe, sagt sie: „Es geht weiter bergauf. Bald bin ich wieder ganz die Alte.“

Optimismus während der Pandemie

Ihren Optimismus konnte Helga Piur zuletzt gut gebrauchen. Während der Pandemie fühlte sich die Schauspielerin oft einsam, wurde regelrecht krank. „Für die Seele ist diese Situation einfach schwer. Das letzte Jahr war für mich belämmert. Ich steckte im Sommer regelrecht in einem moralischen Tief.“ Die Folge: Sie nahm stark ab. „Ich hatte einfach keine Lust zu kochen.“ Ihre Nachbarin, die sie liebevoll nur Frau Mohr nennt, griff daraufhin ein. „Sie sagte zu mir: ‚Das geht so nicht!‘, und lud mich zum Essen ein. Das war natürlich toll. Sie hat mich aufgepäppelt. Jetzt koche ich auch wieder selbst. Es ist schön, dass man liebe Menschen hat.“

Wertschätzung von Frank Schöbel

© Thomas Platow
16 Jahre lang waren Helga Piur und Frank Schöbel in der Sendung „Fröhliche Weihnachten mit Frank“ ein perfektes Team

Für Häppchen sind persönliche Begegnungen wichtig. „Der Mensch braucht Liebe und Zuwendung. Man muss merken, dass man verstanden wird. Jeder braucht Ansprache, ein Lächeln, ein Hallo“, sagt sie. Zuletzt erlebte sie diese Wertschätzung von Frank Schöbel. Der Sänger besuchte Helga Piur zu Hause, überraschte sie mit seinem neuen Weihnachtsbuch. „Als Frank zur Tür hereinkam, habe ich alle Sorgen vergessen. Wir haben uns nur gefreut, dass wir uns sehen. Wir haben uns sogar umarmt, auch wenn man das derzeit nicht machen soll. Aber ich war so aufgeregt und es war so schön. Ich hätte nie geglaubt, dass ich noch mal so aufgeregt sein würde.“ Es war für sie mehr als nur ein Besuch unter Kollegen: „Mir hat dieser Moment einfach gutgetan. Plötzlich war die Welt wieder einigermaßen normal.“ Franks positive Art und Lebensfreude machten ihr Mut. Sie stellt fest: „Man braucht Mut in diesen Zeiten.“ Wir wollen wissen, wie das Wiedersehen für Franky war, und rufen ihn an. „So, als wenn wir uns gestern gerade verabschiedet hätten. Wir hatten uns viel zu erzählen“, sagt der Sänger, der in diesem Jahr so fleißig war wie nie. Er spielte in der „Frank Schöbel Story“, präsentierte sein neues Album und schrieb – unter anderem das Weihnachtsbuch. Es beinhaltet die besten Sketche, Gedichte und Lieder aus der Sendung „Fröhliche Weihnachten mit Frank“, die 2019 zum letzten Mal ausgestrahlt wurde. Darin zu lesen, ist für „Häppchen“ eine Zeitreise. 16 Jahre lang spielte sie in der Familiensendung die Rolle der Frau Holle. „Als ich damals gefragt wurde, ob ich mitmache, habe ich sofort Ja gesagt. Wir haben es uns bei den Aufnahmen immer gemütlich gemacht. Es war eine Zeit, die ich mir manchmal zurückwünsche. Diese Sendung ist ein Teil meines Lebens und immer auch ein Stück Heimat. Noch heute bekomme ich heimatliche Gefühle, wenn ich mit Frank zusammen bin.“ Es gibt vieles, was Helga an ihrem Franky schätzt: „Frank gibt einem einfach das Gefühl, dass man wichtig ist. Er kümmert sich um jeden. Das zeichnet ihn aus. Er hat ein großes Herz. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, dass solche Treffen nicht so stattfinden, wie sie gerade wieder stattgefunden haben.“

Schöbel bewundert das fotografisches Gedächtnis der Schauspielerin

Frank war schon früh klar, dass die Schauspielerin für die Rolle, die viele Fans bis heute so lieben, die Idealbesetzung wäre. „Helga ist eine freundliche, liebenswerte, von Herzen gute Frau und sie strahlt das auch aus. So stellt man sich Frau Holle vor.“ An seiner Kollegin schätzt er vor allem eines: „Man kann sich absolut auf sie verlassen. Totaler Profi – ich mag sie sehr. Ich bewundere ihr fotografisches Gedächtnis. Das heißt, sie schaut sich eine Textseite an, fotografiert diese und danach kann sie den Text. Ich dagegen muss richtig lernen.“ Dass er bis heute den Kontakt nicht verloren hat und ein treuer Freund ist, ist für Frank eine Selbstverständlichkeit. „Ich nenne es mal Anstand, den ich schon mit der Muttermilch mitbekommen habe. Wenn man mit einem Menschen jahrelang in Freundschaft zusammen gearbeitet hat, vergisst man das doch nicht.“

Der Rückblick auf ihre Karriere macht Helga stolz

© Uwe Toelle | SuperIllu
In ihrem Haus in Brandenburg erinnern die Schauspielerin viele Bilder an ihren verstorbenen Mann, Günter Stahnke, † 2018, den sie 1974 heiratete.

Wenn Helga Piur an ihre Karriere denkt, strahlt sie. „Wir haben die Menschen glücklich gemacht. Das macht mich im Rückblick schon stolz.“ Dass sie ihre Fans nicht vergessen haben, tut ihr gut. „Gerade wurde ja auch ,Zahn um Zahn‘ wiederholt. Wenn ich beim Einkaufen darauf angesprochen werde, dann ist das einfach schön.“ Kurz vor Weihnachten blickt Helga Piur wieder optimistischer in die Zukunft. Doch sie gibt auch zu, dass Einsamkeit immer wieder ein Thema ist. Der Grund ist die nie endende Trauer um ihren Ehemann Günter Stahnke, der im November 2018 starb. „Es tut immer wieder weh und das wird auch nicht aufhören. Wir waren eins. Der Stahnke und ich – zwischen uns passte kein Blatt Papier. Wir waren eine Einheit, haben alles zusammen gemacht.“ 44 Jahre waren die Schauspielerin und der Regisseur miteinander verheiratet. Im Haus ist er auf Bildern allgegenwärtig. Den Ort, an dem sie einst mit ihrem Mann so glücklich war, will sie nie verlassen. „Hier sind so viele Erinnerungen an unser Glück.“ Als Verlust empfindet sie, dass sie während der Pandemie Tochter Beatrice nur selten sehen kann. „Sie hat viel zu tun und kann nicht immer kommen, wenn ich das gerne hätte. Aber ich verstehe das und das ist in Ordnung.“ Weihnachten werden die beiden wohl im kleinen Kreis feiern. Auch wenn Helga Piur von einem großen Fest träumt. „Früher habe ich ja immer gern viele Gäste eingeladen und groß gekocht. Aber jetzt wir müssen uns noch zurückhalten.“ Dann sagt sie kämpferisch: „Ich denke, dass wir Corona besiegen werden. Wir werden das alle gemeinsam schaffen.“ Das hofft auch Frank Schöbel. Der Sänger hat zwei Wünsche: „Dass der Weihnachtsmann (oder wer auch immer an der Regierung ist) uns unsere Freiheit wiedergibt. Und dass wir alle schön gesund bleiben.“ 2022 feiert der Musiker sein 60. Bühnenjubiläum. Gibt es schon Pläne? „Eine Show im TV wird es nicht geben, weil der MDR dies ablehnt. Es gibt eine schöne andere Aufgabe, die ich zu gegebener Zeit erzählen werde.“