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Rene Adler im Trikot von Bayer Leverkusen
O. Winter/Photo Wende
Rene Adler im Tor
IMAGO
Kerstin und Jens Adler
M. Handelmann/SUPERillu
Rene Adler mit Freundin Julia
M. Hoffmann/IMAGO
Rene Adler mit der Leipziger Rockband „Josh“
W. Zeyen
Thomas Röhr in der Vereinsgaststätte Liebertwolkwitz
M. Handelmann/SUPERillu
Leipziger Stadtteil Meusdorf
PICTURE POINT
René Adler
Experten sagen: Der Junge wird die Nr. 1!

Erst vor einem Jahr gab der Leipziger mit Leverkusen sein Bundesliga-Debüt. Und jetzt scheint es möglich, dass er bei der EM dabei ist. SUPERillu besuchte seine fußballbegeisterte Familie

Redaktion
on 10. April 2008

Auf ihre zwei Söhne ist Kerstin Adler (43) sehr stolz. Sie schauen lässig aus und tun das, wovon Jungs träumen. Rico ist Gitarrist und Sänger der Leipziger Rockband „Josh“. Der 18-Jährige steht am Anfang seiner Karriere: „Ich habe mich an der Musikhochschule Leipzig für ein Studium beworben, möchte Jazzgesang studieren.“ Sein Bruder René (23) indes hat im Tor von Bayer Leverkusen den Durchbruch geschafft. Von ihm schwärmt ganz Fußball-Deutschland. Seine Reflexe, Paraden und sein Können haben Bundestrainer Jogi Löw in Not gebracht. Viele Experten möchten bei der EM Adler im Tor sehen. Als Ersatz für den zur Zeit etwas glücklosen Robert Enke von Hannover 96, der eigentlich als dritter Torwart nach Österreich mitfahren sollte.

Spurensuche. Wer ist René Adler? Beim SV Liebertwolkwitz, einem Leipziger Kreisklasseklub, gehen Adlers ein und aus. Die Mutter macht für die Fußballabteilung die Buchführung, stand als Keeperin drei Jahre im Tor. Vater Jens (46) war Spieler und Trainer, ist nun nach Feierabend Manager. Rico war im Tor der A-Junioren, musste dann an der Schulter operiert werden, konzentriert sich jetzt auf die Musik.

Lukullisches. Wenn René nach Sachsen kommt, führt ihn der Weg natürlich auch nach Liebertwolkwitz: „Mein Vater hat sein ganzes Leben dort verbracht, ich fühle mich da wohl.“ In der Klubkneipe gibt es eine Adler-Fanwand. Trikots, Fotos, Wimpel. Wirt Thomas Röhr: „René mögen alle. Er ist normal geblieben. Am liebsten isst er Soljanka. Wir geben ihm immer eingefrorene mit. Die kriegt er ja drüben nicht!“ Die Sympathie für den Keeper ist groß. Es macht nichts, dass er fußballerisch beim VfB Leipzig groß geworden ist. „Unsere Söhne sind sehr behütet aufgewachsen“, sagt Kerstin Adler. Der Wunsch nach Wärme war der Grund, warum René nicht in Hamburg oder Stuttgart landete, die ihn auch jagten. Die Mutter: „Dort hätte er ins Internat gemusst. Das kam nicht in Frage.“ Als Bayer ein Auge auf ihn warf und Torwarttrainer Rüdiger Vollborn Familienanschluss anbot, sagten sie zu. Vier Jahre wohnte René da, machte nebenbei Abitur.

Glücksbringer. Fast immer sitzt die Familie im Stadion. Wann hat Mutter Kerstin am meisten um René gezittert? „Als Argentiniens Messi ihm bei der U 20-WM mit einem Schuss das Nasenbein brach. Und beim ersten Bundesligaspiel.“

Das war vergangenes Jahr. Zuvor hatte sie René eine Silberkette zum Geburtstag geschenkt, mit einer Bitte: „Wenn du zum ersten Mal in der Bundesliga hältst, wird das Datum eingraviert.“ 25. Februar 2007 steht seitdem drauf. Der Tag, als Adler in der Bundesliga flügge wurde. Beim 1:0 auf Schalke krallte er sich alles.

Der Junior hält den Kasten sauber. Dazu passt gut, was die Eltern beruflich machen: Sie haben eine Firma für Reinigungstechnik. Kunden sind Fabriken, Großbetriebe, Tankstellen, die von der Bürste bis zum Hochdruckreiniger alles kriegen.

René ruft fast täglich zu Hause an. „Wenn's um Fußball geht, spricht er mit seinem Vater. Mich fragt er nach Haushaltstipps.“ Denn in Leverkusen ist der Adler auch Hausmann. Mit Freundin Julia (23), die in Leipzig Deutsch und Geschichte studiert, ist er seit drei Jahren zusammen. Eine Fernbeziehung.

Stolz. Kerstin Adler hebt vieles auf. Wie Renés erste Fußballschuhe. „Wir kauften sie in Berlin. Er war drei. Die Zehen stopften wir mit Watte aus. Torwart-Handschuhe bekam er mit sechs.“ Bei Adlers daheim war's wie im Taubenschlag. „Nachbarkinder haben zum Bolzen Renés Klamotten angezogen. Bei uns lief jeden Tag die Waschmaschine. Wirklich ...“

Redaktion
on 10. April 2008

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